• Chronik

    Kuchl besitzt eine reiche Vor- und Frühgeschichte
     


    Als erstes Siedlungsgebiet ist der Georgenberg, eine steil aufragende, schwer einnehmbare Konglomeraterhöhung, anzusehen. Hier wurden Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände seit der Jüngeren Steinzeit (4500 - 1800 v. Chr.) gefunden. Dieser Siedlungsbereich existierte auch noch 15 v. Chr., als der Salzburger Raum in das Römische Reich eingegliedert wurde. Es verwundert nicht, dass Cucullis als Post- bzw. Raststation in der Tabula Peutingeriana, einer römischen Straßenkarte, bereits eingezeichnet ist.
     

    Zwischen 470 und 475 n. Chr. hielt sich der heilige Severin im Land Salzburg auf, wo sein Besuch in zwei Salzburger Orten in der Vita S. Severini, seiner Lebensbeschreibung, festgehalten wurde.

    Ein Tauschvertrag aus dem Jahr 997 des Kuchler Dienstmannes Gezo mit dem Erzbischof von Salzburg war die Grundlage für die Errichtung einer Mutterpfarre in Kuchl und schließlich die Einrichtung einer Grafschaft samt Landgericht, das bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts ausgeübt wurde. Das Geschlecht der Kuchler führte in seinem Wappen einen springenden Hirschen. Dieses Wappen findet - auch wenn sich das Geschlecht seit 1375 aus dem Land Salzburg zurückzog - noch heute als Gemeindewappen Anwendung. Gegen 1380 erfolgte die Erhebung der Dorfes Kuchl zum Bannmarkt. Seit 1349 besaß der Ort bereits das Recht einen oder mehrere Viehmärkte abzuhalten. Nunmehr kamen weitere Rechte des freien Kaufs und Verkaufs hinzu.

    Seit 1586 wird in Kuchl ein Bürgerbuch geführt, das bis 1920 fortgeführt wurde. Dadurch sind z. B. seit diesem Zeitpunkt die in Kuchl bei den Bürgerversammlungen gewählten Bürgermeister bekannt. Seine Aufgabe bestand in der Verwaltung des Marktvermögens und der jährlichen Rechnungslegung vor der Gerichtsobrigkeit. Im 17. Jahrhundert war der Amtsinhaber neben der Verwahrung des Schlüssels zur Bürgerlade, die das Gemeindevermögen enthielt, auch für das Wohl der Gemeinde und der Armen zuständig. Neben der Verpflichtung, für den eigenen gewerblichen Betrieb aufzukommen, musste das Amt somit eher eine Bürde als eine Würde dargestellt haben. Weiters wurde ab 1605 ein Bürgerausschuss, bestehend aus vier Bürgern eingesetzt: Ihre Aufgabe bestand hauptsächlich in der Beratung des Bürgermeisters bei den Amtshandlungen und Beschlüssen. Auch die Aufnahme von neuen Bürgern musste vor der versammelten Bürgerschaft vollzogen werden.

    Am 26. März 1850 wurde aus den Steuergemeinden Kuchl, Georgenberg, Jadorf, Kellau und Weißenbach die politische Marktgemeinde Kuchl gebildet. Die finanzielle Verwaltung des Kommunalvermögens, das bis 1848 gebildet werden konnte, wurde weiterhin durch die Bürgerschaft geführt. Allerdings ist der erste Mann der Bürgerschaft seit diesem Zeitpunkt nicht mehr ident mit der Person des Bürgermeisters. (Hier ist anzumerken, dass seit 1850 Salzburg ein eigenes Kronland der Monarchie Österreich-Ungarn wurde: Nach dem Ende der erzbischöflichen Herrschaft 1803 kam Salzburg wechselweise zu Österreich, Bayern, Frankreich und ab 1816 endgültig zu Österreich. Die Verwaltung erfolgte bis 1850 allerdings von Oberösterreich aus. Die Revolution 1848 änderte die Salzburger Lage aber grundlegend: Eine der Folgen davon ist die eigene Verwaltung bzw. Landesregierung ab dem 1.1.1850.)

    Mit Beginn des 20. Jh. mehrten sich die öffentlichen Aufgaben des Marktes Kuchl zusehends. Neben der Wasserver- und Kanalentsorgung, Straßen- und Brückenbauten, diversen öffentlichen Gebäuden (Turnhallen, Badeanstalten, Kindergarten, Seniorenheim etc.) musste auch der schulische Bereich auf- bzw. ausgebaut werden.

    Ab 1938 wurden in Kuchl Berufsschulkurse für Sägewerker abgehalten. Dies führte langsam zur Entwicklung des Holztechnikums Kuchl, das zur Zeit neben der Landesberufsschule auch eine HTL/Fachschule für Holzwirtschaft, mehrere Fachhochschul-Studienlehrgänge im Bereich der Holzwirtschaft und eine private Schule für Einrichtungsberater inkludiert. Auch sonst ist der Bereich "Holz" im Kuchler Wirtschaftsleben stark vertreten: Der hohe Anteil an Sägewerks-, Zimmerei- und Tischlerbetrieben haben dazu geführt, dass Kuchl als "Holzgemeinde" bekannt wurde.

    Daneben wurde die Entwicklung anderer Gewerbezweige in Kuchl durch die Errichtung von mehreren Gewerbegebieten begünstigt. Als ältester und einer der bekanntesten Industriebetriebe in Kuchl sei hier stellvertretend das Gipswerk Moldan genannt, deren Anfänge in das 17 Jahrhundert zurückreichen, als der Fürsterzbischof die Abbauberechtigung an diverse Kuchler Bauern erteilte.

    In letzter Zeit stellt vor allem das Gewerbegebiet „Brennhoflehen“ immer mehr an Bedeutung. Heute stellt Kuchl die zweitgrößte Tennengauer Gemeinde dar, die ein reges Wirtschafts-, Agrar- und Vereinsleben
    aufweist.

     

    Kuchl aus der Luft:

    http://www.helisky.at/index.php?option=com_zoom&Itemid=37&page=view&catid=27&PageNo=1&key=3&hit=1